Siedlung Italienischer Garten

Fassade (Foto: K. Klatt, 2013)
Kuben (Foto: K. Klatt, 2013)
Eingang (Foto: K. Klatt, 2013)
Gesamtansicht (Foto: K. Klatt, 2013)
Farbflächen (Foto: K. Klatt, 2013)
Fenster (Foto: K. Klatt, 2013)
Farblithographie Karl Völker, um 1924 (Stadtarchiv Celle)
192325
Objekt: 
Siedlung bestehend aus zwei dreigeschossigen Walmdachhäusern und acht zweigeschossigen Flachdachbauten
Auftraggeber: 
Volkshilfe e.G.m.b.H. Celle
Farbkonzept: 
Karl Völker
Erhaltung/Nutzung: 
Die Siedlung wurde 2005- 2006 umfassend saniert, die Flachdachbauten sind mit einem Wärmeverbundsystem versehen worden, die Farbigkeit ist in Anlehnung an die originale Farbigkeit wiederhergestellt worden ebenso die Holzfenster mit ihrer ursprünglichen Sprosseneinteilung. Die Gesamtwirkung ist durch die veränderte Materialität und Proportionalität (Wärmedämmung) beeinträchtigt.
Lage: 
Wehlstraße 29/31, Italienischer Garten 1-8, Celle

Zwei Torbauten an der Wehlstraße markieren die Eingangssituation zur Siedlung. Mit Walmdächern gedeckt und an der Straßenseite von der zentrierten Eingangs- und Treppenhausachse gegliedert. An der Straße Italienischer Garten stehen sich acht flachgedeckte aus Kuben zusammengesetzte Vierfamilienhäuser gegenüber. In den mittleren zweigeschossigen Kubus sind die äußeren zweigeschossigen Kuben hineingeschoben, so daß sich die Gebäudeflächen überschneiden. Die Kuben sind mit flachen Pultdächern gedeckt, die von Ziegelaufmauerungen kaschiert werden. Am Außenbau lassen sich anhand der farbigen Gestaltung und der Anordnung der Fenster zwei Gebäudetypen unterscheiden: die am Anfang und Ende der Straße gelegenen vier Häuser mit Fünfzimmerwohnungen und die dazwischen liegenden vier kleineren Häusern mit Vierzimmerwohnungen.
Die Siedlung Italienischer Garten markiert den endgültigen Durchbruch Haeslers zum Neuen Bauen. Ein wichtiger Vorgängerbau, bei dem er die moderne Formensprache erprobte, ist das Fabrikgebäude Schmidt. Deutlich wird an dem Entwicklungsprozess der Siedlung, dass Haesler in der ersten Jahreshälfte von 1924 durch das intensive Studium der holländischen und auch der zeitgleichen Architektur seiner Zeitgenossen, eine Umbruchphase vollzog, die ihn die erste farbige Siedlung im Stil des Neuen Bauens in der Weimarer Republik verwirklichen ließ. Auch wenn die Wohnungsgrößen und die Grundrisse noch im traditionell Repräsentativen verhaftet geblieben sind.